Angst zu wenig Essen zu bekommen

 Angst zu wenig Essen zu bekommen

Es gibt etwas, das mich stört an mir selber. Und zwar ist es, dass ich für mich selber immer zu viel Essen schöpfe. Ich habe es im Titel geschrieben, ich habe fast eine Angst zu wenig Essen zu bekommen. Ich komme mir manchmal vor, wie ein Hamster, der Essen bunkert. Am Schlimmsten ist es bei einem Buffet, da überesse ich mich jedes Mal. Ich muss hier aber auch sagen, dass ich generell kein Problem mit Essen habe. Ich bin schlank, da ich relativ viel Sport mache. Zudem esse ich gerne, und liebe es fein und gediegen essen zu gehen. Aber wie gesagt, ich esse eher zu viel und ich denke, dass dies von einer unterschwelligen Angst kommt zu wenig Essen zu bekommen. Dieser Gedanke ist absolut absurd in unserer Zeit und in der Gegend, wo ich wohne, denn unser Kühlschrank und die Vorratskammer ist immer mit Essen ausgestattet. Zudem kann man ja auch immer und überall Essen kaufen gehen… Wie gesagt, ich verstehe es überhaupt nicht, woher dieses Gefühl kommt, zu wenig essen zu bekommen. 



Ich habe mal Google gefragt, ob andere das Problem auch haben. Allerdings ist dieses Thema sehr schwierig zu googeln, denn zum Thema Essen kommen einfach zu viele Bericht. Und diese Bericht beschäftigen sich eher mit wirklichen Essstörungen und einem ungesunden verhalten mit Essen. Da bin ich ja weit weg davon, denn ich finde mein Essverhalten normal: 1) ich bin nicht zu dick, 2) ich bin nicht zu dünn, 3) ich esse ausgewogen, 4) ich zähle meine Kalorien nicht, 5) aber trotzdem schaue ich dass ich mich nicht zu ungesund ernähre… Also eigentlich alles im Grünen Bereich, ausser meine «Angst» zu wenig Essen zu bekommen. Wobei ich mir auch nicht sicher bin, ob das Wort Angst das richtige Wort ist. 

Bei vielen Texten im Internet findet man immer wieder die gleichen Fragen: "Wie ernähre ich mich? In welchen Situationen gerate ich in Versuchung? Sind es Stresssituationen in der Familie oder am Arbeitsplatz? Ist es Langweile oder Einsamkeit?"

Aber das ist es nicht, hier kann ich kein Muster bei mir erkennen. 

Also machen wir nochmals einen Schritt zurück, was ist es genau was mich stört und wie tritt dies auf: 

  • Vergleichen von Tellergrössen
    Wenn wir im Restaurant sind, ertappe ich mich, dass ich manchmal die Grösse der Portion vergleiche, und dann etwas enttäuscht bin, wenn ich nicht die grösste Portion bekomme. 

  • Zuwenig gekocht
    Wenn jemand kocht, schaue ich oft wie viel dann wirklich gekocht wurde, und ob dies wohl für alle reicht. Und umgekehrt, wenn ich koche, dann koche ich tendenziell zu viel. 

  • Zuviel Essen mitnehmen
    Zudem nehme ich auch meistens mehr als genug Essen mit, zum Beispiel wenn wir auf eine Wanderung gehen, oder wenn ich unterwegs für mich was zum Essen kaufe. 

Wenn ich dies so für mich aufschreibe, hört es sich ziemlich dramatisch an, ist es allerdings nicht. Es ist einfach etwas das mich stört an mir selber. Zudem beobachte ich das gleiche Verhalten auch bei meinen Kindern. Die schauen auch immer welcher Teller mehr drauf hat, welches Stück das grösste Stück ist und sind enttäuscht, wenn sie nicht das grösste Stück erhalten. Hier denke ich allerdings, dass dies normal ist. Aber bei einer Erwachsenen Person, die weiss, dass sie IMMER ausreichend Essen bekommt, wie bei mir, finde ich es komisch. 

Da mich dies stört, überlege ich mir mal eine Strategie, wie ich damit umgehen könnte, damit ich dieses Gefühl weniger habe. Denn das Ziel ist es, dass ich mich weniger überesse und früher aufhöre zu essen, da ich oft einfach weiter esse, und somit zu viel esse, weil ich «Angst» habe nicht genug zu bekommen. Probieren wir für die kommenden Tage mal das folgende aus: 

  • Grosses Glas Wasser
    Ich nehme mir vor, dass ich vor jedem Essen zuerst ein grosses Glas Wasser trinke. Ich bin mir zwar nicht sicher ob dies wirklich viel bringt, denn ich trinke über den ganzen Tag schon sehr viel Wasser. Aber eventuell füllt das extra Wasser meinen Bauch eher und ich bekomme das Sättigungsgefühl früher. Zumindest habe ich dies schon öfters gelesen. Let’s give it a try. 

  • Langsamer Essen
    Ich esse eher zu schnell. Und dies liest man überall, dass man so eher zu viel isst. Denn das Sättigungsgefühl stellt sich erst nach ca. 15min ein. Sprich wie schneller man isst, umso mehr Essen isst man bis das Sättigungsgefühl auftritt nach 15min. 

  • Kleinere Portionen, dafür nochmals
    Dies ist auch eine Strategie um weniger zu essen. Ich nehme an, dass dies wohl auch eher ins Schema «Langsamer Essen» geht, da man zwischendurch wieder essen schöpfen muss, und somit schon das Sättigungsgefühl bekommt. Und wenn der Teller lehr ist, muss man sich nochmals überlegen, ob man wirklich noch mehr braucht und sich dann eventuell bewusst dagegen entscheidet. Sprich es ist eine bewusste Entscheidung nochmals zu schöpfen, wenn der Teller aber immer noch voll ist, dann ist man einfach weiter. 

Alle diese Sachen sind eigentlich Strategien um weniger zu essen, daher bin ich mir nicht sicher, ob mir dies hilft bei meiner «Angst zu wenig Essen zu bekommen». Aber ich habe momentan keine bessere Strategie, um damit umzugehen. Ich fange einfach mal damit an und sehe ob es etwas bringt. Ich glaube nur schon das Bewusstsein, dass mich dies stört und ich dies als Problem ansehe, wird mir helfen. 

Damit mir dies auch ständig im Bewusstsein bleibt und ich mich auch dran halte, werde ich dies täglich tracken. Wie auch schon geschrieben, führe ich ein Tagebuch, das ich in Notion führe. Da schreibe ich jeden Morgen kurz auf ob ich meinen Zielen näher gekommen bin. Dazu habe ich mir eine Struktur festgelegt, die mir hilft mir immer Gedanken zu machen zu Themen die mir wichtig sind. Zudem habe ich auch eine Tabelle darin, wo ich gewisse Gewohnheiten tracke. In diese Liste nehme ich nun auch diese neue Gewohnheiten auf. Also ich reduziere es erstmal nur auf die Gewohnheit «Grosses Glas Wasser». Dies ist ein physischer Akt. Diesen kann man gut tracken und der wird mich dann sicherlich auch an die anderen Strategien erinnern. 

Let’s give it a try. Mal sehen ob es etwas bewirkt.


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