Immer mehr erreichen und nie Zufrieden Sein - Hilft Meditation?
Immer mehr erreichen und nie Zufrieden sein - Hilft Meditation?
Mir ist beim lesen von einem Buch aufgefallen, dass ich gleich wie der Autor daran leide, dass ich immer mehr erreichen will und nie Zufrieden bin. Aus diesem Grund habe ich wieder mit meditieren angefangen. Hier beschreibe ich wie dies mir aufgefallen ist, und was Dan Harrison, Autor von "10% Happier" meint und was meine ersten Erfahrungen mit dem Meditieren sind .
Ich bin im Buch «free by 40 in Switzerland» über den folgenden Satz gestolpert: «[…]In particular the fact of being hyperactive, of always wanting more, and of never being satisfied with what I have[…]». Wenn ich dies frei übersetzte: «Insbesondere die Tatsache, hyperaktiv zu sein, immer mehr zu wollen und nie mit dem zufrieden zu sein, was ich habe.» Dieser Satz hat mich für einen Moment beschäftigt, da er leider für mich auch sehr zutrifft. Ich bin eine Person, die immer nach mehr strebt und nicht wirklich zur Ruhe kommt.
Ein gutes Beispiel war als ich im letzten Sommer die Theoretische Prüfung für den Hochseeschein absolvierte. Ich habe mich wie alle, relativ lange auf diese Prüfung vorbereitet und war schlussendlich auch gut vorbereitet und ich hatte kein Bedenken, dass ich die Prüfung nicht bestehen könnte. Es kam dann auch so, dass ich die Prüfung ohne Probleme bestand. Ich hatte nur ganz wenige Fehler.
Eigentlich Anlass um sich zu freuen und dies zu feiern. Aber bei mir war die Freude von nur sehr kurzer Dauer. Wieso? Eventuell weil ein nicht bestehen der Prüfung für mich gar keine Option war, da ich so gut vorbereitet war und ich die Materie so gut verstanden habe. Also war es für mich wie kein Erfolg mehr, sondern es wäre nur ein grosser Misserfolg gewesen, wenn ich es nicht bestanden hätte. Anstelle dass ich mich darüber gefreut habe, war die Frage eher: What’s next!
Wenn ich so darüber nachdenke kommen mir noch viele weitere Beispiele in den Sinn, wo ich mich so verhalten habe. Sei dies im Job oder im Privaten. Es gibt viele Situationen, wo ich mich ertappe, dass ich immer nach mehr strebe, aber nicht zu frieden bin mit dem was ich habe.
Das heisst nicht, dass ich mich nicht Glücklich und Zufrieden fühle. Aber es ist mir einfach aufgefallen, als ich den oben erwähnten Satz gelesen habe, dass ich genau ins gleiche Fahrwasser gerate. Und ich denke, dass ich noch viel Glücklicher und Zufriedener sein könnte, wenn ich nicht immer nach mehr streben würde. Nach mehr streben, sehe ich auf jeden Fall als gute Eigenschaft an. Aber man muss auch mal zufrieden sein mit dem was man hat.
Der oben erwähnte Satz oder Erkenntnis kommt eigentlich von Dan Harris, einem TV Moderator und Autor vom Buch «10% Happier». Ich habe mir dieses Buch dann angeschaut, in dem Dan Harris erzählt, wie er zum Meditieren kam. Er erwähnt, dass er selbst dachte, Meditation sei irgendwie für die Schwachen oder für diejenigen, die nichts anderes mit ihrem Tag zu tun hatten. Mmhhhh das war auch ein Mal mein Gedanke…
Im Buch beschreibt Dan Harris, dass das Ego niemals zufrieden ist. Das Ego will immer mehr, es wird niemals zufrieden sein und es wird niemals vollkommen glücklich sein. Das Ego wird von Natur aus immer mehr wollen, als es bereits hat. Wenn das Ego mit etwas Neuem „gefüttert“ wird, setzt dies einfach die Grundlinie für das Verlangen zurück; und sofort beginnt das Ego nach etwas mehr zu greifen. Das Ego ist besessen von der Vergangenheit und der Zukunft und vernachlässigt in seiner Besessenheit die Gegenwart, wodurch es uns davon abhält, vollständig im Jetzt zu leben.
Das heisst, dass dies dann normal ist? Ich denke schon, dass die meisten Menschen immer mehr wollen. Allerdings sind wohl nicht alle Menschen gleich extrem und die meisten sind wohl nicht so streng mit sich selber.
Auf jeden Fall schreibt Dan eben, dass ihm Meditation geholfen hat, diesen Zwang besser in den Griff zu bekommen. Also dachte ich mir, dass ich dies doch auch ausprobieren sollte, oder besser gesagt nochmals ausprobieren sollte. Denn ich habe es schon mal probiert, da habe ich jeweils am Morgen nach dem ich das Auto bei der Arbeit parkiert habe, 10 Minuten meditiert. Ich habe dies mit der App Head Space gemacht. Die App finde ich gut, allerdings eher teuer.
Nun habe ich wieder angefangen zu meditieren. Ich mache dies nun schon knapp 3 Wochen und habe ca 15 mal schon meditiert. Diesmal mache ich dies via Youtube, wo ich mir ein 10 Minuten Video anhöre, meistens von Calm.
Es fällt mir nicht immer gleich einfach fokussiert zu bleiben. Meine Gedanken schweifen schon sehr häufig ab. Was allerdings auch okay ist, man muss sich nur selber immer wieder dabei ertappen und einem wieder zurück holen. Dies geht bei mir am einfachsten, wenn ich mich aufs Atmen fokussiere.
Leider kann ich noch nicht berichten ob und wie viel es mir hilft. Ist wohl allgemein schwierig zu beurteilen, ob es mir hilft. Denn ich denke nicht, dass ich dies irgendwie messen kann. Ich vertraue einfach auf mein Umfeld, und möchte mal sehen ob mein Umfeld etwas bemerkt.
Zwei Sachen sind mir allerdings schon aufgefallen:
- Ruhiger
Ich habe jemanden in der Arbeit, der mich vor einiger Zeit häufig zur Weissglut bringen konnte. Entweder habe ich mich schon an seine Art gewöhnt, und ich kann dies besser Hand haben. Oder ich bin wirklich relaxter dank der Meditation. Ich denke, ich werde diese Frage nie abschliessend beantworten können. Aber gut ist, dass es besser ist - Träume
Seit dem, dass ich meditiere, träume ich viel häufiger. Oder besser gesagt, ich kann mich wieder daran erinnern von was ich geträumt habe. Hier kann ich mir nichts anderes erklären, was der Grund sein könnte. Allerdings muss ich auch dazu sagen, dass ich jeweils am Morgen meditiere, wodurch es mir noch schwieriger fällt diesen Zusammenhang zu verstehen.
Auf jeden Fall werde ich das Meditieren mal weiter verfolgen. Denn ich habe in letzter Zeit so viel gutes darüber gelesen, dass es ja wohl wirklich einen positiven Effekt haben muss. Denn wenn man so liest, hat Meditation zum Beispiel folgende positive Effekte, die mir helfen würden:
- Verbessertes Stressempfinden
Wenn ich gelassener an Sachen heran treten könnte, würde mir dies helfen. Aber auch hier finde ich es sehr schwierig, dies wirklich zu messen und zu vergleichen, ob sich dies verbessert hat. Zumal der Stress von vielen Faktoren abhängt. - Emotionale Stabilität und positives Denken
Vor allem das positive Denken ist eine Fähigkeit, die ich mir zu Herzen nehmen muss. Meine Ehefrau wünscht sich schon sehr lange, dass ich nicht so pessimistisch bin. - Achtsamkeit und Geduld
Geduld ist keine Stärke von mir. Ich werde richtig angespannt, wenn ich irgendwo lange anstehen und warten muss. Das kann ich nicht ausstehen.
Ich werde auf jeden Fall weiter meditieren und mal versuchen festzustellen, ob die oben erwähnten Sachen sich wirklich verbessern.
Wie steht ihr zum Meditieren? Habt ihr es schon mal ausprobiert.
